Autorentreffen 2009

Das Autorentreffen 2009 fand am 21. Mai 2009 statt. Als Dozenten waren diesemal dabei: Bestsellerautor Titus Müller, Schriftstellerin Edith Kneifl (Wien) und Roland Rosenbauer vom Funkhaus Nürnberg.

Titus Müller: Vom Rohtext zum Roman

Der Weg vom Rohtext zum druckreifen Roman ist weit. Jedes Kapitel muss mehrfach überarbeitet werden, bis es in der bestmöglichen Fassung dem Roman Kraft verleiht. Wie kann man dabei vorgehen? Wie erkennt man schwache Szenen, und mit welchen Mitteln kann man sie in starke Szenen verwandeln? Wie setzt man Worte so ein, dass sie den Leser emotional berühren? Titus Müller stellt praktische Schritte vor, die er beim Schreiben seiner Romane anwendet, um den Geschichten Feinschliff zu geben.

Edith Kneifl: Detektive der Seele - „Warum Hercule Poirot und Miss Marple ledig sind“

Warum sind Kriminalromane, nicht nur im anglo-amerikanischen Raum, sondern auch in deutschsprachigen Ländern so populär? Die Wiener Psychoanalytikerin und Kriminalschriftstellerin Edith Kneifl wird in ihrem Vortrag nicht nur Tipps zum Spannungsaufbau geben, den Unterschied zwischen Krimi und Thriller erörtern, sondern auch auf die psychologischen Ursachen der Beliebtheit von Kriminalromanen näher eingehen und die Motive der KriminalschriftstellerInnen aufzudecken versuchen. Sie werden als eine Art Privatdetektive der Seele zu Helfershelfern. Und die Leser von Kriminalromanen werden über ihre Träume, Phantasien und Assoziationen zu Tätern, Opfern und zu Detektiven.

Roland Rosenbauer Schreiben fürs Hören - Verständlich formulieren

Fürs Lesen zu schreiben, lernen und üben wir vom ersten Weihnachtswunschzettel an. Nichts ist so einfach, als dass es nicht irgendeiner auch kompliziert ausdrücken könnte. Dass Sprache von Sprechen kommt, dass wir mit jedem Radio- oder Hörbuchtext zum Hörer sprechen, diese banale Erkenntnis wird oft nicht genug beachtet. Fürs Ohr statt fürs Auge, fürs Hören statt fürs Lesen, zu texten sollte das natürlichste der Welt sein, doch tatsächlich ist es für uns etwas Unnatürliches geworden. Was im Radio nicht auf Anhieb verstanden wird, ist vorüber. Am Sender gehalten werden nur interessierte Hörer und Interesse kann nur wecken, was auch verstanden wird - was also verständlich formuliert ist. Da Hörer nicht zurückblättern können, müssen die Informationen Satz für Satz klar "rüberkommen". Fürs Hören schreiben bedeutet, einen Text zu verfassen, der leicht gesprochen und gehört werden kann. Der Hörer soll das verstehen, was wir ihm sagen. In diesem Seminar nähern wir uns dem Thema mit Text- und Hörbeispielen aus der Praxis.

Die Bilder zum Treffen