Autorentreffen 2010

Das Autorentreffen 2010 fand am 13. Mai 2010 statt. Als Dozenten waren diesemal dabei: Titus Müller, Drehbuchautor Oliver Pautsch und Klaus N. Frick, Chefredakteur von Perry Rhodan.

Titus Müller: Schwächen und Stärken von Szenen

Wie ein Wald aus lauter Bäumen besteht, so ist ein Roman aus Szenen zusammengesetzt. Nur während man im Sprichwort den Wald vor Bäumen nicht sieht, sehen Autoren oft den Roman, nicht aber die Schwächen und Stärken der einzelnen Szenen. Dabei sind sie entscheidend für den Gesamtklang eines Romans. Titus Müller erklärt, wie er eine Szene beginnt, wie er an ihr feilt, an welcher Stelle er sie beendet und wie er dafür sorgt, dass der Leser sie mit allen Sinnen erlebt.

Oliver Pautsch: Von der Kurzgeschichte zum Oscar - vom Drehbuch zum Film

Wie funktioniert das Deutsche Film- und Fernsehgeschäft? Wie bekommt man als Drehbuchautor einen Fuß in die Türen der Filmproduktionen und Fernsehsender? Was unterscheidet eigentlich den Fernsehfilm vom Kinofilm? In seinem Vortrag wird Oliver Pautsch am Beispiel des 1997 mit einem Student Academy Award ausgezeichneten Kurzfilms "Ein einfacher Auftrag" erläutern, wie man auch als unabhängiger Autor mit etwas Glück einen Hit landen kann und was es bedeutet, im professionellen Film- und Fernsehgeschäft als Drehbuchautor langfristig mitzumischen. Darüber hinaus wird Pautsch sich mit formalen Fragen der Drehbucharbeit (Formatierung, Schreibprogramme, etc.) und handwerklichen Fragen zum Thema widmen. Was bedeutet zum Beispiel Schlagsätze wie "Use the props" oder "Kill your darling"? Fragen aus dem Publikum sind ausdrücklich erwünscht und Teil der Veranstaltung.

Klaus N. Frick: Fantasy – ein Modegenre der aktuellen Zeit?

Noch in den 80er Jahren war Fantasy im deutschsprachigen Raum ein Genre für Insider: Den »Herrn der Ringe« oder auch »Conan« kannte vielleicht die breite Masse, ansonsten aber blieb das literarische Genre den meisten Lesern verborgen. Das hat sich längst geändert. Spätestens seit den Bestseller-Erfolgen von Joanne K. Rowling (mit ihrem »Harry Potter«) und der beeindruckenden »Herr der Ringe«-Verfilmung sind die unterschiedlichsten Fantasy-Spielarten zu einem Massenthema geworden. Für Autorinnen und Autoren nicht uninteressant: Viele Verlage richten in der Folge ihr Augenmerk auf deutschsprachige Weltenbauer. Cornelia Funke, Kai Meyer, Christoph Hardebusch, Bernhard Hennen oder Markus Heitz belegten in den letzten Jahren mehrfach, wie erfolgreich sich »Fantasy made in Germany« verkaufen lassen kann – und ein Ende des Booms ist noch nicht abzusehen. In seinem Vortrag stellt Klaus N. Frick dar, wie sich die Fantasy entwickelte und welche Spielarten der Fantasy es derzeit auf dem Markt gibt. Er gibt Ratschläge zur Verlagssuche und zur inhaltlichen Ausrichtung eines Manuskriptes; zudem beleuchtet er »Randgebiete« wie die Kleinverlagsszene, Hörbücher oder E-Books.

Die Bilder zum Treffen