Blutspuren Mallorca

Tauchen Sie ein in die abwechslungsreiche, spannende und zuweilen kriminelle und mörderische Geschichte Mallorcas. Zieht sich wirklich eine Blutspur durch das mittelalterliche Mallorca? Was hat es mit dem geheimnisvollen Grabmal auf sich? Und was hat der Teufel mit Sineu zu tun? Dies und vieles mehr erfahren Sie in 18 historischen Kriminalgeschichten. Passen Sie gut auf sich auf!

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Autorentreffen 2017

von Petra Hartmann

Autorentreffen in Nürnberg – ein absolutes Muss für Schreibende, und wer an Himmelfahrt irgend etwas anderes auf dem Terminplan hat als an der Kult-Veranstaltung von Ursula Schmid-Spreer teilzunehmen, der tut mir herzlich leid. 90 Autoren aus Deutschland und Österreich waren am Himmelfahrtsdonnerstag 2017 wieder in die Frankenmetropole gekommen, hörten drei sehr unterschiedliche, ausnahmslos gehaltvolle und hilfreiche Vorträge und genossen mittags die gute Küche des O’Sheas und abends des „Della Nonna“.

Phantasie im Schreibprozess

Edgar Bracht, Lektor beim Blessing-Verlag und unter anderem zuständig für Titus Müllers Werke, hatte seinem Beitrag den Titel „Die Phantasie im Schreibprozess“ gegeben. Er berichtete aus seiner Lektoratserfahrung, dass dank der zahlreichen Schreibratgeber die eingereichten Romane immer weniger Fehler enthalten. „Aber es fehlt das Individuelle.“ Also gar keine Schreibratgeber-Gesetze mehr befolgen? „Es gibt Regeln, die man beachten muss“, sagte Bracht. „Aber man muss sie nicht 1:1 umsetzen.“ Er wies auf „Fehler“ in Bestellern hin, die eigentlich laut Schreibhandwerksregeln verboten sind, wie beispielsweise die ausschließliche Verwendung der indirekten Rede in „Die Vermessung der Welt“. Das macht Mut. Eine interessante These des Lektors war, dass Literatur (oder die Oper) vom Leser geliebt wird, weil sie „Trost“ gewährt. Das kann durchaus einen tragischen Untergang des Helden mit einschließen. So sei es ein sehr großer Trost, als Liebende und Geliebte gemeinsam zu sterben. „Auf dieser Ebene bietet uns die Oper den größtmöglichen Trost.“

Edgar Bracht gab auch Einblicke in den emotionalen Zustand eines Lektors im Vorfeld der Messe beim Studieren der zahlreichen Exposees und Leseproben („Man lebt in einem Zustand des permanenten Coitus interruptus“) und der „Novemberdepression“ nach den Tagen in Frankfurt.

Ein weiteres Thema waren Details im Roman. Wann schildere ich was wie ausführlich? Was muss ich erfinden, was sollte ich recherchieren? Dazu zwei grundsätzliche Hinweise: In Gegenwartsromanen muss man zumindest bei Alltagsgegenständen nicht allzu sehr ins Detail gehen. Kein Leser aus dem 21. Jahrhundert braucht eine Erklärung, was eine Rolltreppe ist oder wie ein Bus aussieht. In historischen Romanen benötigt der Leser viel mehr Details und Informationen, da ihm die Umwelt der Romanhelden eben nicht selbstverständlich ist.

Eine weitere Faustregel: Je unglaublicher etwas ist, desto detailgetreuer und überzeugender müssen die Beschreibungen sein. Wenn in einer Geschichte ein wichtiges Detail frei erfunden ist, muss der Rest und das ganze Drumherum einfach so wasserdicht und lebensecht geschildert sein, dass der Leser den Rest auch glaubt.

Fachleute reden gern über ihr Steckenpferd

Ebenfalls um das Thema Recherche drehte sich das Referat von Titus Müller. Er erzählte, wie er Informationen für seine historischen Romane findet und woher er die vielen Details gewinnt, die einem Roman Authentizität verleihen. „Eigentlich redet jeder gern über sein Steckenpferd“, meint Titus. „Aber bevor ich jemanden etwas frage, mache ich erstmal meine Hausaufgaben.“ Einen Experten, den man nach Allerweltsdingen fragt, die jeder mit drei Klicks aus dem Internet holen kann, könnte man durch dumme Freagen durchaus vergrätzen. Während knifflige Detailfragen einen richtigen Experten sehr viel Spaß machen – und man gewinnt oft einen wertvollen Unterstützer für das Buch.

Titus ist ist als Verfasser von historischen Romanen nicht auf eine bestimmte Epoche festgelegt. So musste er schon so unterschiedliche Dinge suchen wie einen Stadtplan von Lissabon vor dem Erdbeben im Jahr 1755 oder eine Information darüber, bis wann in Deutschland noch Telefongespräche über das „Fräulein vom Amt“ geführt wurden. Oder es gab die Frage zu klären, warum die Kugel einer Vorderladerpistole beim Reiten nicht aus dem Lauf herausrollte.

Titus ist in der Recherche ausgesprochen akribisch und detailversessen. Das ging so weit, dass er seine beiden Hauptfiguren in seinem Titanic-Roman in den beiden einzigen Kabinen unterbrachte, deren Bewohner man später nicht mehr ermitteln konnte. Bewundernswert.

Zwischen Lummerland und Kaufland

Stefan Wendel, der dritte Referent, befasste sich mit der Situation der Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland. Er gab seinem Vortrag den Titel „Zwischen Lummerland und Kaufland“. Das Interessante an seinem Beruf: Er betätigt sich als Berater für Kinderbuch-Autoren und-Illustratoren. Die meisten im Raum wussten wohl gar nicht, dass es das gibt. Wendel hatte positive und weniger erfreuliche Neuigkeiten aus der Buchbranche für uns als Autoren.

Zunächst das Positive.
1. Die Buchbranche genießt viel Aufmerksamkeit und großes Interesse.
2. Spiegel, Stern und Focus veröffentlichen regelmäßig Bestsellerlisten.
3. Die Umsätze sind gestiegen (erstmals seit drei Jahren).
4. Es gibt ein dichtes Händlernetz und eine gute Logistik.
5. Es gibt eine große Vielfalt an Verlagen.
6. Es gibt eine große Produktvielfalt – vom Pappbilderbuch bis zum Allager.
7. Es gibt vielfältige Verwertungsketten: Hardcover, Taschenbuch, Hörbuch, eBook etc.
8. Es gibt eine große Vielfalt an Programmplätzen. Die Zahl der Neuerscheinungen steigt.
9. Kinder und Jugendliche lesen, allen Unkenrufen zum Trotz, immer noch.
10. Es gibt märchenhafte Autorenkarrieren wie zum Beispiel die von J. K. Rowling, Cornelia Funke oder Jeff Kinney.

Auf der negativen Seite listete er verschlossene Verlagstüren und komplexe Vermittlungsstrukturen auf. Hinzu kommen eine große Überproduktion, die Austauschbarkeit bestimmter Autoren und Bücher, der „Darwinismus“ des Marktes. Es gibt eine große Konkurrenz aus dem Ausland („Ausländische Autoren schreiben per se keine besseren Bücher, sie haben sich aber schon auf ihrem Markt bewährt“). Außerdem möglicherweise schädlich: „der gläserne Markt“. Da sich Verlage jederzeit bei der GFK über die exakten Verkaufszahlen eines Autors informieren können, wissen sie auch, wenn ein Buch floppt. „Flunkern war gestern“, sagt Wendel. Eventuell sei ein Neustart unter Pseudonym ratsam, wenn sich die ersten Titel als wenig lukrativ erwiesen haben.

Noch ein Negativpunkt des Buchmarktes: Es wird gecastet, gebrieft, bestellt – viele der Bücher sind einfach nur noch Auftragswerke. Also: Kein gutes Klima für „Zauberbücher“, für die unverwechselbaren, individuellen Meisterwerke, die aus der Masse hervorstechen und neue Wege weisen. Als Beispiele für solche Zauberbücher nannte er „Harry Potter“, „Die unendliche Geschichte“ und „Tintenherz“. „Bestseller entstehen nicht allein durchs Marketing“, hält der Autorenberater fest. „Zauberbücher sind Unikate und werden nicht in der GFK-Retorte erzeugt.“

Ein paar Tipps vom Autorenbeater:
1. Sich von der Muse nicht becircen lassen. „Halten Sie nach dem Musenkuss erstmal inne und stellen Sie ein paar kritische Fragen an Ihr Projekt.“ Lässt es sich gut pitchen? Hat es Serienpotential? Ist es originell? Gibt es ähnliche Titel?
2. Meist ist es ratsam, das Projekt noch reifen zu lassen. Nichts ungeprüft aus der Hand geben. Testleser fragen.
3. „Mit dem Trojaner durch die Firewall“. Der Trojaner ist in diesem Fall ein Exposee. Aber: Viele Exposees laden nicht zum Lesen ein, „weil sie die Anmutung von Medikamentenbeipackzetteln haben“.
4. Zielen statt Schrotflinte: Agenten und Verlage gezielt ansprechen, nicht breitgestreute allgemeine Anfrage per Serienmail raushauen.
5. Unabhängig bleiben: Machen Sie sich von Verlagen weder finanziell noch für Ihr Leben abhängig.“ Und den Spaß am Schreiben sollte man sich auch bewahren.

Soviel zum Vortragsprogramm. Wir haben eine ganze Menge gelernt an diesem Tag und viel Stoff zum Nachdenken bekommen. Dazu gab es ein wunderbares Bunratty Castle Stuffed Pork im „O’Shea’s“ und abends ein Büffet im „Della Nonna“, eine ganze Menge Cola, vielevieleviele Liter Kaffee und eine Menge interessante Gespräche mit den Autorenkollegen.

Lesung im Weinlager

Der Tag danach war ebenfalls spannend. Zehn Teilnehmer des Treffens stellten ihre Werke auf einer Lesung beim Kunstverein im Weinlager vor. Das Besondere: Die Lesung war ausgeschrieben mit dem Hinweis: „10 mal 6 – Nur ein Schuss kann sie stoppen“. Und das mit dem stoppenden Schuss war tatsächlich wörtlich zu verstehen. Nach sechs Minuten Lesezeit ertönte ein lauter Schuss, und der nächste war dran. Die Leser waren aber alle recht diszipliniert und hatten ausgiebig Probe gelesen. So schafften sie es, sich an das Zeitlimit zu halten, ohne „erschossen“ zu werden.

Mit dabei waren:
Teresa Junek
Martin Meyer
Dolores Pieschke
Alex Conrad
Gerald Kaliwoda
Waltraud Zuleger
Petra Hartmann
Regina Werner
Mark Jischinski
Merit Stocker

In den Lesepausen spielte Paul Pfeffer Saxophon. Außerdem hatten die Gäste Gelegenheit, die Gemäldeausstellung im Weinlager zu bewundern und konnten sogar einen Blick in die oberen Räume werfen, in dem Bodypainting-Künstler Walter Mattischeck unter anderem eine spezielle Dusche für Regenaufnahmen eingerichtet hat. Außerdem gab es viele Fotos von seinen Kunstwerken zu sehen. Sich vorzustellen, dass die Models, die bemalt werden, sechs Stunden und mehr stillsitzen müssen … Ein Knochenjob.

Die Lesung und das Autorentreffen waren spannend, gut gestaltet und boten erneut Gelegenheit, „sich den jährlichen Motivationsschub abzuholen“, was auf dem Treffen bereits zu einem geflügelten Wort geworden ist. Beim Aufbruch hieß es dann auch hoffnungsvoll: „Bis nächstes Jahr!“

Interview mit ABS-Lese-Ecke

Ann-Bettina Schmitz vom Blog ABS-Lese-Ecke hat mich interviewt.

ursula-schmid-spreer Heute habe ich wieder eine Krimi-Autorin zu Gast. Guten Tag Ursula Schmid-Spreer.

„Grüß Gott“, wie man hier in Bayern sagt.

Dein neuestes Buch ist der Krimi »Bekenntnis mit Folgen«. Erzähl uns doch etwas darüber.

Ich war viele Jahre im Schuldienst tätig. Leider ist das Thema Gewalt immer wieder aufgetreten. Als ich mit einem Kollegen darüber sprach, meinte er, dass auch Männer Gewalt ausgesetzt sind. Ich wollte einen Krimi schreiben, der im Lehrermilieu spielt und der das Thema Gewalt in den Fokus rückt.

bekenntnis-mit-folgen„Der Tote heißt Meier, großes M und kleine Eier.“ Das sagte Polizeioberkommissar Hofmockel, als er seiner Chefin Bericht erstattete. Meier war Lehrer, erklärte seine blauen Flecke mit Sport, den er betrieb. Ausgerechnet sein Lieblingsschüler, den er in Mathematik förderte, findet heraus, was wirklich dahinter steckte. Und nicht nur das, er findet weit mehr. Der Junge ist nierenkrank und kommt auf eine Idee, die ihm eigentlich helfen sollte … es ist nichts so, wie es scheint.

Viele deiner Veröffentlichungen sind Sammlungen von Kurzkrimis, die meist unter einem bestimmten Motto stehen, wie beispielsweise »Mord in Cork«. Warum ausgerechnet das County Cork?

Mord in Cork„Mord in Cork“ ist mal eine andere Art von „Roman“. Ein roter Faden zieht sich durch den gesamten Roman. Die Geschichten sind für sich abgeschlossen, spielen im County Cork und thematisieren die entsprechenden Orte. Ein Ermittlerteam, das in allen Geschichten ermittelt (ein Ire, dessen deutscher Freund zu Besuch ist) löst diese Fälle. Dabei bringt DCI Cerigh seinem deutschen Freund Hauptkommissar Mick Taschner sowohl Land, Leute, Musik und Kulinarik näher.

Warum ausgerechnet Cork? Ich habe eine große Affinität zu Irland. Ich mag die Menschen, für die es nie regnet, sondern es ist „liquid sunshine“, ich mag das Mystisch/Keltische, das dieses Land ausstrahlt und ich mag die Insel, die so viel zu bieten hat. In der Stadt Cork gibt es so viel zu sehen und zu erkunden. Ein Teil meiner Familie lebt dort – also, was lag näher, als mal ein Buch über Land und Leute zu schreiben? Ich habe viele Wochen im County verbracht, bin in viele Orte gereist, habe mir alles angesehen, fotografiert und mich inspirieren lassen. Und da ich ja nicht immer morden kann, habe ich auch einen Liebesroman geschrieben. „Irish Serenade“. Er erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die an der Seite ihres wesentlich älteren Mannes zu einer taffen Frau heranreift, obwohl ihr Ehemann noch zu Lebzeiten einen Mann für sie sucht.

Was schreibst du lieber – einen Kriminalroman oder eine Krimi-Kurzgeschichte?

Das ist schwer zu sagen. Es dauert fast ein Jahr einen Kriminalroman zu plotten, zu schreiben und zu überarbeiten. Eine Krimi-Kurzgeschichte geht natürlich viel schneller. Manchmal stellt sich heraus, dass das Thema, das für eine Kurzgeschichte angelegt ist, weitaus mehr hergibt und ein Roman daraus werden könnte.

Eine Reihe deiner Veröffentlichungen haben etwas mit Essen und Trinken zu tun, beispielsweise »Mallorca mörderisch genießen« oder »Grüne Soße mit Schuss«. Kochst du gerne?

Begonnen habe ich mit dem „Fränkischen S(ch)auerbraten“. Diese Anthologie hat die Serie eingeläutet. Ich wollte die Kulinarik verschiedener Landstriche herausstellen. Mit meiner Co-Herausgeberin Anne Hassel (mit der ich schon sehr viele Blütenlesen gemacht habe!) haben wir uns überlegt, welche Orte in Franken in Frage kommen. Wir haben bei den Fremdenverkehrsvereinen nachgefragt, ob spezielle Gerichte den Orten zuzuordnen sind. Der Wellhöfer Verlag in Mannheim fand die Idee gut und so hat alles angefangen. Wir haben verschiedene Autoren eingeladen mitzuschreiben. Herausgekommen sind tolle Bücher! Mittlerweile gibt es etliche Bücher in dieser Reihe. Vom Vogtland bis zum Bodensee; in vielen Anthos bin ich mit einer Geschichte vertreten. Und jetzt bin ich mal nach Mallorca gegangen. Auch eine schöne Insel mit Sehenswürdigkeiten und einer guten Küche.
Ob ich gerne koche? Die Gerichte, die ich im Buch thematisiere, habe ich natürlich vorher ausprobiert …

Du veröffentlichst auch oft Sammlungen von Kurzkrimis zusammen mit anderen Autoren. Gibt das kein Konkurrenzgerangel?

Ich fungiere als (Mit-)Herausgeberin, lade Autoren ein, sichte die Geschichten, lektoriere, korrigiere, mache den Buchblock.
Viele Autoren freuen sich, wenn ich sie speziell zu einem Thema einlade, eine Geschichte zu schreiben. Manchmal mache ich auch Ausschreibungen, das ist allerdings immer sehr viel Arbeit, gute Geschichten herauszufiltern. So bin ich auch schon oft gefragt worden, ob ich eine Geschichte für eine Anthologie beisteuern und dann auch vorlesen möchte. Das Format, das die „Mörderischen Schwestern“ entwickelt haben – mehrere Autoren lesen, kommt beim Publikum gut an. Jeder liest anders, jeder schreibt anders, hat einen eigenen Stil, diese Mischung machts.
Ich finde „Futterneid unter Autoren“ sowieso ziemlich unangebracht. Man kann voneinander nur profitieren. Aber das haben halt leider viele Autoren noch nicht kapiert, die wollen lieber Einzelkämpfer sein.

Einmal im Jahr veranstaltest du ein Autorentreffen. Warum glaubst du, dass Weiterbildung für Autoren wichtig ist?

Weiterbildung ist sehr wichtig. Anregungen bekommen, sich weiterentwickeln und sich vernetzen. Man lernt ja nie aus und vielleicht experimentiert mal mit einem anderen Genre oder mit einem anderen Stil. Ich veranstalte dieses Treffen bereits seit 14 Jahren. Wie mir mal ein Teilnehmer sagte: „Sich den jährlichen Motivationsschub abholen.“ Das ist mein Anliegen, dass Autoren vom Schreibtisch weggehen und sich mit anderen austauschen. So sind schon viele Zusammenarbeiten entstanden, Testleser wurden gefunden, Schreibgruppen gegründet und Jobs wurden vermittelt, Agenturen und Verlage entdeckt. Es mischt sich nämlich auch immer wieder mal ein Agent oder auch Verleger unter das Autorentreffen.

Es ist immer ein großes Event. Mittlerweile gibt es auch zusätzlich eine öffentliche Lesung der Autoren und zusätzliche Seminare der eingeladenen Dozenten. Seit vielen Jahren hält mir Titus Müller, der dieses Treffen vor 15 Jahren in Berlin zum ersten Mal durchgeführt hat, die Treue. Auch viele Teilnehmer kommen schon seit Jahren, benutzen den Brückentag, an Himmelfahrt findet das Treffen immer statt, um einen Kurzurlaub dranzuhängen. Neue Gäste sind natürlich herzlich willkommen. Ich sage bewusst Gäste, denn es sind nicht nur Autoren, die nach Nürnberg kommen. Auch Übersetzer, Buchhändler, alle für die Schreiben und Lesen wichtig ist.

Wer mehr wissen möchte, schaue bitte auf meiner Seite nach, welche Themen es im Jahr 2017 gibt. www.schmid-spreer.de

Hast du literarische Vorbilder?

Ich lese sehr gerne die schottische Schriftstellerin Val McDermid. Als Irlandfan sind es natürlich auch die Iren Oscar Wild oder George Bernard Shaw. Bei meinem letzten Besuch in Glengarriff, das ist in der Nähe von Bantry, habe ich sogar den Enkel Aidan Harris Shaw kennengelernt. Ein älterer Mann mit Dreadlocks, Maler und sehr skurril. Als Jugendliche habe ich natürlich die Bücher von Maeve Binchy verschlungen. Vielleicht ist da meine Liebe zu Land und Leuten entstanden?
Vorbild ist immer so eine Sache. Ich möchte nicht schreiben wie … ich möchte meinen eigenen Stil finden und weiterentwickeln.

Du bist in den Autorenvereinigungen »Mörderische Schwestern« und »Syndikat« aktiv. Würdest du jungen Autoren die Mitgliedschaft empfehlen oder ist das eher etwas für etablierte Schriftsteller?

Ich bin auch noch Mitglied im Bundesverband junger Autoren (BvjA), wobei sich das „jung“ nicht unbedingt auf das Alter bezieht. ????
Die Frage ist nicht, was machen die Vereine/Verbände für einen. Es kommt eher darauf an, was man selbst geben möchte. Inwieweit man sich einbringen kann/will. Meine Regionalgruppe der Mörderischen Schwestern ist recht aktiv (regelmäßige Treffen, Seminare, Vorträge), auch der BVjA macht viel für seine Mitglieder (Besuch der Frankfurter Buchmesse, Lesetraining, social media). Das Syndikat ist wohl eher etwas für etablierte Schriftsteller.

Deine Bücher hast du bei Verlagen untergebracht. Was hältst du von Self-Publishing?

Ich bewundere jeden, der als Self-Publisher arbeitet. Es liegt ja alles in einer Hand: vom Schreiben bis zum Marketing. Was ich sehr wichtig finde, ist ein professionelles Lektorat, das normalerweise der Verlag übernimmt. Da sollte jeder Self-Publisher nicht sparen, denn ein schlechtes Manuskript wird sich wohl nur einmal verkaufen. Und der Ruf ist schnell ruiniert.

Arbeitest du schon an einer neuen Veröffentlichung?

Ja, ich habe vor kurzem einen Cold Case, einen Altfall, der sich tatsächlich einmal zugetragen hat, zu einem Roman verarbeitet. Die Auflösung entstammt meiner Fantasie. Eine biedere Hausfrau ist in den frühen Achtzigerjahren mit einer Strumpfhose verschnürt tot aufgefunden worden. Der Mörder konnte nie ermittelt werden.

Möchtest du den Leser/innen sonst noch etwas erzählen?

Niemals aufgeben, auch wenn der Weg zur Veröffentlichung nicht immer leicht ist. Seminare besuchen, andere Autoren kennenlernen, sich weiterbilden ist ganz wichtig. Alles, was man mit Leidenschaft betreibt – und schreiben ist eine Leidenschaft – kann nur etwas werden. Ansonsten: aufstehen, Krönchen richten, weitergehen bzw. weitermachen und nie den Mut verlieren.

Vielen Dank für das Interview Ursula Schmid-Spreer. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg.

Herzlichen Dank!

Fränkische S(ch)auerbraten

Das perfekte Verbrechen und fränkische Köstlichkeiten? Kein Widerspruch für 21 regional tätige Autoren, die in spannungsgeladenen, heiter-beschwingten und auch mal schaurig-skurrilen Geschichten in die Abgründe fränkischer Kochtöpfe geschaut haben.

Das Ergebnis kann sich schmecken lassen. Vom Rollbraten über den unvergleichlichen S(ch)auerbraten bis zum fränkischen Apfelkuchen und Quittenlikör zieht sich eine mörderische Spur durch das schöne Frankenland. Wohl bekomm’s!